Ausflug zum "geliebten"Nachbarn, 02.06.17

Als Halbperuaner bekommt man eine Menge mehr oder weniger glaubwürdige Vorurteile und Weissheiten über die chilenischen Nachbarn mit auf den Weg Richtung Süden. Nummer 1: Trink auf keinen Fall Pisco, Perus Nationalkgetränk, das ungerne mit dem südlichen Nachbarn geteilt wird, Nummer 2: Das Essen Chiles kommt in keinster Weise an unsere excuisite Küche heran und Nummer 3: eine eigene Kultur haben die Chilenen auch nicht, sie seien eine Art südliche Filiale der USA. Harter Tobak, der es kaum möglich macht, aus meinem schon so liebgewonnenen Peru Richtung Santiago vorurteilsfrei aufzubrechen. Gewagt habe ich es natürlich trotzdem. 

 

Doch am 24. Mai machte ich mich trotz aller mehr oder weniger ernst gemeinten Warnhinweisen auf Richtung Santiago, der Hauptstadt Chiles, in der 40 % aller Einwohner des Andenstaates beheimatet sind. Auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt wird mir bereits klar, hier geht es anders zu als in Lima, Smog und Verkehrchaos, welches einem schon auf dem Weg in Limas Zentrum begegnen, sind hier bei weitem weniger ausgeprägt als in Perus Hauptstadt. 

Angekommen im noblen Wohn-/Ausgehviertel Providencia werde ich den Eindruck nicht los, mich in bekanntem Terrain zu bewegen, das Stadtbild Santiagos kommt mir doch relativ spanisch vor. Der westliche Einfluss ist hier noch spürbarer als in Lima, Strassen und Restaurants zwingen fast zu Vergleichen mit den Innenstädten Madrids und Barcelonas, aber nichtsdestotrotz hat Santiago diese südamerikanische Leichtigkeit, endlose Nächte und das Gefühl, das diese Stadt, so wie auch Lima, nie ganz zur Ruhe kommt. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit sehe ich endlich wieder Grünanlagen mitten in der Stadt und sogar einen grossen Freizeitpark, dem Cerro San Cristobal, der über der Stadt thront und den harten Aufsteig mit einem atemberaubendem Blick über die Stadt belohnt. Es ist die frische Luft, die fast etwas von Bergluft hat und eben die Anden, die immer wieder im Hintergrund auftauchen, die den Aufenthalt in Santiago angenehm machen, genauso wie Cafes, die an jeder Ecke verlocken, einen Espresso oder Cappuccino zu trinken. 

Und das absolute Muss: Der Sky Costanera Tower, der mit dem besten und höchsten und wahrscheinlich auch teuersten Blick über eine südamerikanische Metropole lockt. Beim Betreten der Platform überkam mich der sprichwörtliche und so überstrapazierte Gänsehauteffekt, denn glücklicherweise betrat ich die Plattform zu der Zeit, als gerade die Sonne hinter den schneebedeckten chilenischen Anden versank. 

Doch auch der Blick aus 300 Metern konnte mein unerwartetes Rendezvous mit meinem Lieblingsrestaurant Vapiano nicht übertreffen. Für einige Zeit war alles wieder so, wie beim Pastaessen mitten im Herzen Berlins am Potsdamer Platz, nur ohne die fast schon obligatorische, nervenraubende Schlange an der Küchentheke. Vapiano ist übrigens erst seit Anfang des Jahres in Santiago, hat aber schon seinen Platz im eh schon kulinarisch eher italienisch geprägten Santiago gefunden. Auch der Kaffee war absolut Italia verdächtig und ebenso die obligatorischen Gummibärchen an der Vapianokasse durften nicht fehlen. 

 

Doch genug der Schwärmerei und auf nach Valparaiso und Viña del Mar an der Pazifikküste, der perfekte Kontrast zum schnelllebigen Grossstadtleben Santiagos. Fast schon spiessig muten die malerischen Gassen und Cafes Valparaisos an, dieser beschaulichen Stadt, die aber immerhin 300 000 Einwohnern hat und Heimat des chilenischen Parlamentes ist. Ob Kultur, wie der Besuch des Hauses des chilenischen Schriftsteller Pablo Neruda, ein gemütlicher Stadtbummel oder einen Ausflug ins mondäne Viña, Valparaiso hat für jeden etwas im Angebot und macht sich perfekt für eine wochendliche Flucht aus Santiago.

 

Santiago ist sicher nicht die Stadt, die nach Paris auf Platz eins auf der Liste im Topstädteranking steht, die 5 Sehenswürdigkeiten hat, die man gesehen haben muss, aber was solls? Santiago hat alles, ob als Student oder Rentner, um sich wohl zu fühlen, seine Lieblingsorte zu finden und Santiago sehr schnell als seine Stadt zu sehen.

 

Und den peruanischen Pisco habe ich weder probiert noch vermisst und ich muss mir ja auch noch etwas aufsparen für das nächste Wochenende in Lima, an dem ganz sicher wieder die Zeit für meinen Lieblingsdrink Pisco Sour gekommen sein wird. Und vielleicht auch dafür, den Peruanern irgendwie beizubringen, dass es sich auch in Chile irgendwie leben und sogar halbwegs, wenn auch nicht vergleichbar, essen lässt.

Die Situation in Peru, 28.03.17

Peru macht aktuell eine schwere Zeit durch. In großen Teilen des Landes gibt es Unwetter und Überflutungen sowie eine nicht abklingende Hitze. Glücklicherweise befinde ich mich in Lima, einer Art Mikrokosmus, der zumindest im Zentrum von den Überschwemmungen verschont geblieben ist. Außer ausbleibendem Wasser aus der Dusche, hatten wir keine größeren Probleme. Andere Landesteile, zum Beispiel die Regionen Piura und La Libertad, befinden sich hingegen in einer Ausnahmesituation. Dort fehlt es am nötigsten, sprich Wasser, Strom, einem Zuhause. Der so gennante Kuestenniño, ein aussergewöhnliches Klimaphänomen, sorgt für die anhaltenden Regenfälle in den Anden, die wie Sturzbäche ganze Dörfer mitreißen. Ich hoffe, dass sich die Situation bald wieder etwas beruhigt. 

Zurück im Alltag, 27.03.17

Zurück im Alltag, zurück im heißen Lima, im Jungenheim im Viertel Rimac: Die Schule läuft nach den Sommerferien wieder an und die Jungs bereiten sich nach der langen Auszeit vor. Nun heisst es wieder Hausaufgabenbetreuung anbieten und die Jungs motivieren. Hoffentlich kommen alle gut durch das Schuljahr, denn Bildung ist die einzige Chance auf eine positive Zukunft. Das beweisen einige jetzt junge Erwachsene, die nach vielen Jahren das Heim besuchen und nun auf festem beruflichen und familiären Boden stehen. Sie machen Hoffnung, dass sich unsere Jungs ebenso positiv entwickeln.

 

Mir bleiben nun noch rund vier Monate in Lima, ein überschaubarer Zeitraum. Und weil das so ist, will ich versuchen, die verbleibende Zeit so gut es geht zu nutzen und noch so einiges an Erfahrungen mitzunehmen. Ob im Viertel Rimac oder in La Paz, dieses Jahr ist voll von verschiedenen Erlebnissen, die mich alle prägen werden. Immer wenn ich einen Eintrag für meinen Blog schreibe, merke ich, dass die Zeit doch nicht so langsam vergeht und das Ende meines Auslandsjahres sogar schon in Sicht ist.

Ausflug nach Bolivien, 25.03.17

Ich war wieder mal unterwegs. Morgens um 6 Uhr stand der Flug Avianca 801 nach Juliaca bereit, einer Industriestadt, 45 Minuten von Puno am Titicacasee entfernt. Schon der erste Blick auf den See war eine gelungene Entschädigung für das strapaziöse Frühausfstehen. Nach einem kurzen Rundgang durch die malerische Stadt, ging es für meine Freundin und mich auf die Isla de Uros, die berühmten, schwimmenden Schilfinseln mitten im See. Der Titicacasee liegt übrigens auf fast 4000 m und ist damit der höchste schiffbare See der Welt ist. Auf den Isla de Uros erwarteten uns bestens auf Touristen vorbereitete Indigenas, die ihr Geschäft verstanden und uns nach kurzer Begrüßung allerlei Produkte verkaufen wollten. Nach diesem kurzen Abstecher ging es zurück nach Puno und von dort aus ins Nachbarland Bolivien, in den Wallfahrtsort Copacabana (übrigens Namensgeber für sein prominentes brasilianisches Pendant), den Ausgangspunkt für Touren zu den Islas del Sol. Eine traumhafte Aussicht erwartete uns am nächsten Tag und das trotz der Höhe, die mich spürbar ins Jappsen brachte. Doch die schier endlose Sicht auf den See, der fast einem Ozean gleicht, war Entschädigung genug. Das bezahlt man natürlich, an den Eingängen warteten volkstümlich gekleidete Damen, die einen Eintritt verlangten. 

 

Vom Titicacasee ging es weiter nach La Paz, den Regierungssitz Boliviens. Samstagmorgen, 11 Uhr: Start einer FreeWalking-Tour am San Pedro Square mitten im Zentrum. Ein bestens gelaunter Guide erwartete uns und weitere ausländische Touristen, die alle wild entschlossen waren, La Paz zu erobern. Mehr oder weniger zumindest. Schon auf dem ersten Obst- und Gemüsemarkt trennten sich unsere Wege, der Guide war einfach zu schnell für uns fotografierende Touris. Doch La Paz, mit seinen für Lima-Verhältnisse überschaubaren 800.000 Einwohnern, ist zum Glück auch ohne Guide gut zu überblicken. So sparten wir 20 Bolivianos für die Tour, die doch nicht ganz so "free" war, und sahen uns die selben Orte in individuellem Tempo an. Den Guide mit seiner Gruppe haben wir übrigens noch zweimal gesehen. La Paz ist eine besondere Stadt mit tollen Märkten, und netten Altstadtstraßen. Atemberaubend ist die Lage, die sich am besten von einer der Gondellinien aus genießen lässt, dem dichteste Netz seiner Art auf der Welt. In La Paz sind Gondeln ein alltägliches Fortbewegungsmittel wie die S-Bahn in Berlin oder die U-Bahn in London. Ein Tag in La Paz ist unheimlich intensiv. Die Stadt ist nach westlichen Maßstäben bei weitem nicht perfekt und nicht besonders sauber, hat aber einen tollen Charme, und eine unvergleichliche Atmosphäre.

Ich bin noch da, 20.01.17

Nun ist schon der 20. Januar und wie ich sehe, habe ich seit fast drei Monaten keinen Eintrag mehr geschrieben. Da überkommt mich natürlich sofort das schlechte Gewissen! Als Ausgleich werde ich die zurückliegende Zeit etwas ausführlicher als sonst beschreiben.

 

Ich arbeite noch immer in Lima, in der Casa Hogar, in der sich momentan zehn Jungs aufhalten. Zwei der älteren, Marlon und Jesus, haben nach vielen Jahren das Heim verlassen können. Für die beiden ist das natürlich ein wichtiger Schritt in eine unabhängige Zukunft und ein geordnetes Familienleben. Für uns dagegen schade, da wir sie schon in unser Herz geschlossen hatten. Nun ist die Mehrheit der Kinder 12 bis 13 Jahre alt, und ich merke, dass mir die Zusammenarbeit mit den eher jüngeren nicht immer so leicht fällt wie mit den älteren. Natürlich müssen wir allen gegenüber geduldig sein, ich muss aber zugeben, dass das nicht immer leicht ist. Nach meiner Rückkehr in Deutschland werde ich mich sicher nicht mehr so einfach durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen lassen. Hier habe ich gelernt, kleine Nervereien auch mal wegzustecken; gelingt leider (noch) nicht immer ...

 

Was mir im Moment gut an der Arbeit gefällt, ist, dass wir an vier Tagen eine feste Aktivität haben. Letztes Jahr war das meistens nicht der Fall. An zwei Tagen geben wir drei Stunden Englischunterricht, darauf freue ich mich in der Woche am meisten. An den beiden anderen Tagen begleiten wir die Jungs in ein nahe gelegenes Schwimmbad – eine große Chance für sie, Schwimmen zu lernen oder es zu verbessern. Ich bin froh, dass etwas Struktur in den Arbeitsalltag gekommen ist. 

 

Doch wo es einen Alltag gibt, muss es auch Abwechslung und Freizeit geben. Eine längere Auszeit hatte ich zwischen den Jahren, als meine Familie mich besucht hat. Ich habe mich sehr gefreut, sie nach fast vier Monaten wiederzusehen, auch wenn ich wusste, es würde nur auf Zeit sein. Nach zwei Tagen, in denen ich ihnen "mein" Lima gezeigt habe, ging es auf große Peru-Rundreise. Stationen waren unter anderem Arequipa und Cuzcodie, wie ich finde, schönste Stadt des Landes. Machu Picchu, die weltberühmte Inka-Ruine mitten in den Anden, haben wir natürlich auch gesehen. Auch kurze Abstecher auf die Paracas-Halbinsel, in den Cañon de Colca und den Dschungel von Puerto Maldonado standen auf dem Programm. Klingt nach einer intensiven Reise und genau das war es auch.  Mondähnliche Wüstenlandschaften, hübsche Kolonialstädte, tropischer Dschungel – die Vielfalt der Landschaft hat sehr beeindruckt. Weitere Fotos hier.

 

Meine persönlichen Favoriten: Ein Meet-and-Greet mit großen, stolzen Pelikanen und ein gemütliches Abendessen im "Tanta" nach dem Besuch des bezaubernden Klosters Santa Catalina bei Nacht in Arequipa. Oder ein Besuch während eines für Cuzco typischen Regenschauers im Choco Museo, wo es den besten Cafe Latte des Landes gibt. Oder bei "Papacho's" dem Burgerrestaurant des peruanischen Starkochs Gaston Acurio. Ich muss aufpassen, mich bei den kulinarischen Möglichkeiten dieses Landes nicht endgültig in Schwärmereien zu verlieren. Ich werde diesem Thema sicher noch einen eigenen Beitrag widmen. 

 

Soweit die letzten Wochen in Lima, wo der Sommer übrigens so langsam richtig Fahrt aufnimmt. Bis zum nächsten Eintrag wird es sicher auch keine drei Monate dauern :-) Viele Grüße, Jonas.

Ein Wochenende in den Cordilera Blanca, 01.11.16

Nun ist auch der Oktober wieder Geschichte und damit der zweite Monat, den ich in Lima verbringe. Gerade erst liegt ein fantastisches Wochenende hinter mir, an dem ich die Cordilera Blanca, die zweitgrößte Gebirgskette der Welt, besucht habe. Gewohnt haben wir in Huaraz. Trotz strapaziöser Wanderungen in ungewöhnten Höhen und damit einhergehenden Kopfschmerzen war es eine lohnenswerte Reise. Die Landschaft war unglaublich und hat mich mehr als entschädigt. Auf dem Weg habe ich auf viele mehr oder weniger fitte "Kletterer", unter anderem aus Norwegen und Deutschland, getroffen, mit denen ich den harten Aufsteig zur Lagune 69 zurücklegen konnte. So ist also die aktuelle Lage, in diesem Sinne: ¡hasta luego!

So läuft die Arbeit, 26.10.16

Die meisten Arbeitstage machen mir mittlerweile Spaß. Ich glaube, dass ich mich an die Kinder und das Leben im Heim gewöhnt habe. Abgesehen vom eher mittelprächtigen Heimessen ist es inzwischen ganz normal geworden, täglich ins Heim zu kommen. Auch viele der Jungs, bei denen ich mich am Anfang gefragt habe, was ich bloß mit ihnen anfangen soll, sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Wir spielen immer mal wieder Fußball oder Tischtennis - übrigens bin ich Gewinner eines heiminternen Turniers :-). Außerdem gebe ich regelmäßig Englischunterricht an staatlichen Schulen, der mal mehr und mal weniger rund läuft. 

Mein erster Monat, 04.10.16

Am letzten Sonntag war es soweit: Ich schreibe mein vierwöchiges Lima-Jubiläum. Bis vor kurzem war es für mich noch unvorstellbar, einen Monat in einer lateinamerikanischen Metropole zu verbringen, geschweige denn ein ganzes Jahr. Die Zeit war anstrengend, aber auch voller Erfahrungen: Ich habe viele neue Menschen getroffen, zum Beispiel die Mitarbeiter und Kinder im Heim, die Schwestern und Brüder unserer Gastmutter, einen anderen Freiwilligen aus Hong Kong und die Straßenwächter meiner neuen Heimatdresse in Lima; und natürlich nicht zu vergessen die Haushündin Leyka. Ich habe in dieser Zeit auch schon einiges über die peruanische Kultur gelernt, beispielsweise die Vorliebe für reichhaltige, nahrhafte Mahlzeiten, die chronischen Verspätungen oder die notorisch ungeduldige Fahrweise. Apropos: Der Verkehr raubt einem teilweise die letzten Nerven und es grenzt an ein Wunder, dass wir noch keinen Unfall live erlebt haben. In diesem Sinne, eine sichere Zeit und viele Grüße!

Ausflug in die Oase Huachacina, 26.09.2016

Langsam aber sicher bekomme ich Routine in meinen Alltag. Die Arbeit im Heim und der lange Weg dorthin sind zwar zum Teil immer noch anstrengend, aber zumindest überfordert mich das Ganze nicht mehr so wie am Anfang. Im Heim bringen wir den Kindern Englisch bei, außerdem helfen wir in zwei Schulen. Auch dort geben wir bis zu 30 mehr oder weniger motivierten Schülern Sprachunterricht. Aber neben der Arbeit muss natürlich auch Zeit sein, um etwas im Land zu sehen. Am letzten Wochenende haben wir die Stadt Ica und die Oase Huachacina besucht haben, die südlich von Lima liegen. Ein toller Ausflug und eine gute Abwechslung zur hektischen Großstadt.

Erste Bilder aus Lima, 13.09.16

Eine Woche ist vorbei, 12.09.16

Nun bin ich also "schon" eine Woche in Lima. Es war sehr intensiv, ich habe jede Menge erlebt. Das Wochenende war wirklich großartig. Zusammen mit meiner Gastfamilie waren wir in der Altstadt und am höchsten Punkt der Stadt, dem Cerro San Cristobal. Am Abend haben wir das Künstlerviertel Barranco erkundet. Auch die Arbeit bei CEDRO nimmt langsam Fahrt auf, ich gewöhne mich allmählich an die doch sehr einfache Umgebung und Einrichtung. Insgesamt also zeigt der Trend nach oben, das Heimweh ist deutlich besser geworden. Ich bin wirklich froh, die ersten, schwierigsten Tage hinter mir zu haben. 

Jetzt bin ich hier, 06.09.16

Also, seit zwei Tagen bin ich in Lima, und ich muss ehrlich sagen, so richtig verstanden habe ich noch nicht, dass ich über 10.000 Kilometer von daheim weg bin. Mir geht es im Moment nicht so gut, ich habe ziemliches Heimweh und weiß nicht, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden. Heute werden wir wahrscheinlich anfangen, die Stadt zu erkunden, und bald wird dann auch die Arbeit bei CEDRO beginnen. Ich hoffe, durch die Ablenkung wird es besser. Ich melde mich in einigen Tagen wieder.

So langsam wird's ernst, 18.07.16

Nur noch knapp 1 1/2 Monate bis zur voraussichtlichen Abreise. Heute war ich in der peruanischen Botschaft um mein Visum zu beantragen, was glücklicherweise ohne Probleme geklappt hat. So langsam steigt die Aufregung, aber gleichzeitig auch die Vorfreude. Und natürlich muss vor so einer großen Reise auch die ein oder andere Vorbereitung getroffen werden, wie Impfungen oder das bald anstehende Vorbereitungsseminar. Noch kurz zu den Spenden: Im Juni haben wir eine sehr gelungene Open-House-Party veranstaltet. Danke an alle die gespendet haben! Oder noch spenden wollen ... 

Über Lima, 08.05.16

Lima ist die Hauptstadt des südamerikanischen Anden-Staates Peru und die mit Abstand größte Stadt des Landes. Sie hat knapp 9 Millionen Einwohner. Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Lima ist die trockenste Hauptstadt der Welt. Zu diesem Thema empfehle ich das interessante Video "Lima am Limit" über die Wasserversorgung in Lima.

Die Situation der Kinder in Peru, 05.05.16

Die Situation für viele Kinder in Peru ist alles andere als gut: Viele leiden unter Armut und auch Hunger. In Lima beispielsweise arbeiten viele Kinder im „informellen Sektor“, das heißt, sie tragen durch Arbeiten wie Schuhputzen zum Familieneinkommen bei. Außerdem werden nur 75 % der schulpflichtigen Kinder eingeschult. 17 % brechen die Schule ab und 26 % zwischen 6 und 17 Jahren arbeiten. 50.000 von ihnen sind sogar Gefahren und Risiken ausgesetzt, zum Beispiel bei der harten körperlichen Arbeit in Minen. Umso wichtiger ist es, ihnen eine bessere Zukunftsperspektive bieten zu können. Ich will auf jeden Fall dazu beitragen, die Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Warum spenden, 04.05.16

Das weltwärts-Programm wird aus staatlichen Mitteln finanziert. Aber nicht vollständig: Die Entsendeorganisationen (in meinem Fall VIA e.V.) müssen selbst einen Teil der Kosten übernehmen. Damit die weltwärts-Idee auch künftig funktioniert, verpflichten sich alle Freiwilligen, Spenden zu sammeln. Die Spenden tragen dazu bei, dass möglichst viele Freiwillige diesen Dienst absolvieren können, auch diejenigen, denen wenig Geld zur Verfügung steht. 

 

Jetzt Spenden! Das Spendenformular ist ein kostenfreier Service von betterplace.org.

 

In meinem Fall fehlen zur Gesamtfinanzierung noch 2.500 Euro. Damit trägt VIA e.V. beispielsweise die Kosten für Unterkunft in einer Gastfamilie und Verpflegung. Daher meine große Bitte an euch: Unterstützt meinen Freiwilligendienst im CEDRO-Kinderheim in Lima mit einer Spende, egal in welcher Höhe! Ich freue mich über jede Unterstützung und werde euch regelmäßig aus Lima in diesem Blog berichten.

 

VIA e. V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Alle Spenden können steuerlich geltend gemacht werden, Anfang des Folgejahres bekommt ihr eine Spendenbescheinigung.

 

Überweisungen bitte an:

 

Kontoinhaber: VIA e. V.

IBAN: DE79 2405 0110 0065 0887 83 

BIC: NOLADE21LBG

Bei der Sparkasse Lüneburg

 

Verwendungszweck: Spende, Euer Name (ggf. Adresse, falls Spendenbescheinigung gewünscht)

Im Einsatz für CEDRO, 03.05.16

Meine Einsatzstelle in Lima wird die Organisation CEDRO sein. CEDRO (= Centro de Información y Educación para la Prevención del Abuso de Drogas) kämpft seit 29 Jahren gegen den Drogenkonsum von Kindern und Jugendlichen und möchte ihnen durch Prävention und Bildung eine Perspektive ohne Drogen geben. Deshalb gibt es viele Aktivitäten für die Jugendlichen, um ihnen zum Beispiel Schulbildung oder eine anregende Freizeit zu ermöglichen. Was werde ich konkret während meines Dienstes tun? Genau weiß ich das natürlich noch nicht. Klar ist schon, dass ich in einem der Casas Hogares arbeiten werde, eine Art Kinderheim für Jungen. Dort werde ich mich sicherlich um die Kinder und Jugendlichen kümmern und zum Beispiel Freizeitprogramme für sie entwickeln. Das kann in den Bereichen Sport oder Theater sein, aber auch in der Vermittlung von Sprachkompetenzen oder Computergrundkenntnissen. Ich kann mir gut vorstellen, den Kindern und Jugendlichen etwas Englisch beizubringen oder auch sportliche Aktivitäten wie Fußball- oder Fitnesskurse zu organisieren.

weltwärts mit VIA, 02.05.16

Mein Freiwilligendienst – eine Art soziales Jahr im Ausland – läuft über die Entsendeorganisation VIA e.V., ein Verein für internationalen und interkulturellen Austausch. Dessen Ziel ist es, internationale Kontakte zu schaffen, Verständnis für andere Kulturen zu wecken und zur Förderung von Toleranz beizutragen. Mein Freiwilligendienst gehört zu den sogenannten „weltwärts“-Programmen. „weltwärts“ ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das BMZ fungiert als Dachorganisation von VIA und vieler anderer Entsendeorganisationen. Da der Dienst für alle kostenfrei ist, sind VIA und „weltwärts“ auf Spenden angewiesen.

Ein Jahr Freiwilligendienst in Peru, 01.05.16

Ab voraussichtlich Anfang September werde ich ein Jahr im Ausland verbringen: in Lima. Ich reise dort aber nicht hin, um ein Jahr Urlaub zu machen, sondern um einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Ich werde bei der ortsansässigen Organisation CEDRO arbeiten, die sich um Kinder kümmert, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und beispielsweise Kontakt mit Drogen hatten. Eine große Herausforderung, auf die ich wirklich sehr gespannt bin. Natürlich möchte ich auch so viel wie möglich über das Land und seine Leute lernen. Für mich sind es jetzt nur noch vier Monate, bevor meine großes Abenteuer beginnt. Natürlich werde ich nervös bei dem Gedanken, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Auf der anderen Seite freue ich mich auf die Zeit, die sicher sehr spannend wird. Bestimmt wird es schwierige Phasen geben, vor allem am Anfang. Ich bin mir aber sicher, dass ich von den den Erfahrungen profitieren werde.