Aus und vorbei, 08.10.17

Es fühlte sich alles so unwirklich an in den ersten Tagen zurück auf dem heimischen Sofa, zurück aus dem fernen Peru.

Innerhalb nur eines Tages bin ich zurückgekehrt in die alte, vertraute Heimat, die sich erstmal fremd und so, als wäre die Zeit stehen geblieben, angefühlt hat.

 

Stand heute habe ich zu meiner eigenen Beruhigung festgestellt, dass ich mich an meine alte, neue Heimat wieder gewöhnt habe und sich alles fast so anfühlt, als wäre ich nie weg gewesen. Und doch werde ich, so pathetisch das klingen mag, dieses Jahr nie vergessen und ich werde selbst im manchmal vielleicht grau-tristen Alltag ab und zu an meine Zeit auf der anderen Seite der Erde denken und mich fragen, wie die jeweilige Situation nur im "schönen" Lima gewesen wäre.

 

Doch so viele nostalgische Gedanken werden wohl gar nicht aufkommen, denn ab morgen beginne ich mein Studium der Sozialwissenschaft. Klingt nach der theoretischen Fortsetzung meiner "sozialen" Taten in Lima, ist aber in Wahrheit die hoffentlich spannende Kombination der Fächer Soziologie und Politikwissenschaften. 

 

Damit ist es nun auch offiziell Geschichte, dieses Jahr, welches schwer in wenige Sätze zu fassen ist und mir sehr viele prägende Erfahrungen geschenkt hat.  Das ich mich an eine völlig neue Umgebung gewöhnt habe und mich trotz Problemen mit meiner Arbeit habe arrangieren können, das sind nur zwei von vielen wertvollen Erfahrungen.

Live und ungeschnitten - ein Heim-Rundgang, 24.07.17

Heute gibt es einen exklusiver Einblick in den Beginn eines Arbeitstages im CEDRO-Kinderheim in Lima. Mehr oder weniger motiviert werden wir empfangen, schon der Gang zur Tür fällt, wie Ihr sehen könnt, nicht ganz so einfach. Aber seht selbst diesen, wie ich finde, authentischen Einblick, den mein Heimgenosse Stefan veröffentlicht hat. 

Tops of Südamerika, 24.07.17

Ja, Macchu Picchu war beeindruckend und natürlich war es nicht das Selbe wie auf den Fotos, wenn auch sehr ähnlich. Auch der kreuzberg-verdächtige Charme der chilenischen Hafenstadt Valparaiso hat mich genauso wenig kalt gelassen wie der schier endlose Titikakasee, von dem die meisten irgendwie schonmal gehört haben, den aber nur die wenigsten auch mit eigenen Augen bestaunt haben. 

 

Doch waren es weniger, oder zumindest  nicht nur diese Klassiker, die mir als meine Höhepunkte in Südamerika in Erinnerung bleiben werden. Sondern auch Begegnungen mit Pelikanen, unwirkliche Sonnenuntergänge oder einfach nur ein guter Kaffee. Hier meine Tops Südamerika.

TANTA in Lima, Peru

Alle meine Wege in Lima führten über kurz oder lang in den Ableger des Gaston-Restaurants im Shoppingcenter Larcomar, direkt an Limas Küste. Dieser Ort hat sich alleine schon einen Platz in der Liste verdient, da ich hier zum ersten Mal das peruanische Nationalgericht Ceviche gegessen und meinen ersten Pisco Tour getrunken habe. Der ist bei TANTA übrigens stark, aber nicht zu stark. Auf jeden Fall so, dass man schon beim ersten Schluck merkt, dass es sicher nicht bei diesem einem "Trago", wie der Peruaner sagt, bleiben wird. Geschützt vom wilden Treiben auf den Strassen Limas findet man hier eine Art kulinarische Oase, mit 5-Sterne-Aussicht "gratis" dazu.

Flugkünstler in Paracas, Peru 

Auf dem Weg von Lima nach Arequipa lohnt sich ein Stop in Paracas. Die stressige Fahrt aus dem Süden Limas heraus ist spätestens dann vergessen, wenn auf den vorgelagerten Islas Ballestas die ersten Seelöwen und Pinguine verschlafen die Touristenboote begutachten und die Möwen lautstark auf sich aufmerksam machen. Und natürlich Pelikane, die sich entweder faul auf verrosteten Fischerbooten treiben lassen oder ihre Flugkünste zur Schau stellen. So wie an einem kurzen Aufstieg unweit eines kleinen Strandes auf der Tour durch die endlosen Landschaften der Paracas-Halbinsel, wo die Nachfahren von Petzis Pelle, der allen begeisterten Kinderbuchlesern noch ein Begriff sein sollte, nur wenige Meter an einem vorbeigleiten, federleicht und ohne viel Flügelkraft. Beeindruckend und sicher eleganter als Pelle damals. Es hat schon etwas meditatives, ihnen dabei zuzusehen.

Eine Gondelfahrt in La Paz, Bolivien

Fast so wie in den Alpen fühlt es sich an, wenn man eine der topmodernen Gondeln betritt, die La Paz mit dem höhergelegenen Aussenstadtteil El Alto verbinden, nur das sie hier als konventionelles Verkehrsmittel genutzt werden, Teil des ÖPNV wenn man so will. Die Strassen La Paz sind eng, voller geschäftigem Treiben, vieler Autos und nicht weniger Touristen, so dass man sich fast etwas gefangen fühlt im bolivianischen Kessel. Bis zu dem Moment, wenn sich der Blick über die Stadt weitet, wenn die schneebedeckten Berge auftauchen und La Paz von oben aufeinmal nicht mehr eng und hektisch, sondern nur noch malerisch schön erscheint. Und das alles für Preise, die die einer Tageskarte für die S-Bahn in Berlin bei weitem nicht erreichen. Also, rein in die etwas andere S-Bahn dieser wunderbaren Stadt.

Off Road in der Salar de Tara, Chile

Irgendwann nach über einer Stunde Fahrt bog unser Bus links ab. Das Problem: Links hörte die Strasse auf. Kein Problem allerdings für unseren erfahrenen Guide und Fahrer, die uns gekonnt durch die endlosen Weiten der Wüste Atacama lotsten. Mit einem Deutschen, einer Österreicherin und zwei Chilenen war ich unterwegs durch die Salar de Tara, mit dem Ziel eine farbenfrohe, herrlich gelegene Lagune zu bestaunen. Der Weg dorthin war im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Angefangen damit, dass die Piste stundenlang gesperrt war, da noch unumgängliche Räumungsarbeiten auf dem Plan standen. Unvorstellbar, da wir bei sonnigen 20 Grad und einem mittelmässigen Instantkaffee am Rande der gesperrten Piste standen, die uns von 2500 Metern in San Pedro auf fast 5000 Meter an unserem Zielort bringen sollte. Doch als die letzten Räumfahrzeuge den Weg freigaben, stand einer ruckeligen Off Road Tour nichts mehr im Wege. Die meiste Zeit verbrachten wir in unserem Mercedes Sprinter, was aufgrund des fast schon sturmähnlichen Windes eine weise Entscheidung war. Und bekanntlich ist ja eh der Weg das Ziel, bei dieser fast irrealen Landschaft kein Fehler. Trotzdem fühlte es sich irgendwie gut an, wieder auf die asphaltierte Strasse diesesmal nach rechts abzubiegen.

Sky Costanera in Santiago, Chile

Wow. Mehr viel mir nicht ein, bei diesem irren Blick über Santiago, als gerade sich die Sonne anfing hinter den Anden zu verstecken. 300 m in 10 Sekunden, viele Pesos ärmer und umgeben von anderen Staunenden ist das die sicher eindrucksvollste Aussicht, die es in Südamerika, Christo-Statur in Rio mal aussen vor, zu bestauen gibt. Ich, der sich selber als Postkartenpanormablickfetischist bezeichnen würde, wusste, das was auch immer es koste, ich auf diese Aussicht nicht verzichten könnte. Fast fühlte es sich an, über die chilenische Hauptstadt zu schweben. Wie im Traum. Verzeiht mir die überschwänglichen Worte, aber ein bisschen Glücksseeligkeit musste auch mal sein. Für alle, die in Paris als erstes auf den Eiffelturm stürmen, ein absoluter place to go. Und für alle Berliner: Der Fernsehturm kann einpacken, so weh es tut.

Schritt für Schritt durch die Cordillera Blanca, Peru

Lima ist genau die richtige Stadt für Unerfahrene in Sachen schwindelerregende Höhen. Huaraz genau das Gegenteil. Gleich ein Tipp vorneweg: Man sollte es nicht so machen wie ich, sich nach einer unruhigen Nacht im Bus direkt auf 5000 Meter wagen, sozusagen von 0 auf 5000. Sofort ging es auf völlig eingeschneite Gletscher und am nächsten Tag in Richtung Lagune 69. Leider war die Lagune 3 Stunden und über 500 Höhenmeter von unserem Ausgangspunkt entfernt. Während erfahrene Kanadier und Peruaner aus meiner Sicht förmlich davon rannten, fiel ich immer mehr ans Ende der Gruppe zurück, ein Rückstand den ich nicht mehr entscheidend verringern konnte. Die Entschädigung: endlose Heidilandschaften inklusive freilaufenden Kühen. Doch auch die Bilderbuchlandschaft half im Moment des Aufstieges nichts, auch sie brachte mir nicht mehr vom so dringend benötigten Sauerstoff. Doch das Gejappse lohnte sich, die türkisblaue Lagune 69 wartete und leider auch schon 90 Prozent der Reisegruppe. Bergab ging es dann deutlich flüssiger, ohne Atempausen, dafür mit  mehr Zeit fürs Landschaft- und Kühe-Bestaunen. Und abends gab's zur Belohnung eine Pizza, die ihren Namen verdiente. Die Cordillera Blanca wird auch peruanische Schweiz genannt. Eigentlich müsste es schweizerisches Peru heissen, liebe Freunde der Alpen.

Kaffee in Cuzco, Peru

Im Winter in Cuzco kann das Wetter schneller umschlagen als in der Werbung für Geländewagen mit Allradantrieb. Innerhalb weniger Augenblicke verwandelt sich die herrliche Plaza de Armas der Inka-Haupstadt von einem sonnengefluteten Ort zu einer einzigen Pfütze. Naheliegend für Touristen ist es sich in die "Ah, den Laden kenne ich von Zuhause"-Filiallien von McDonalds oder Starbucks zurückzuziehen. Oder noch besser: ins choco mueso unweit der Plaza, das mit heisser Schokolade, Caffe Latte und Kuchen vom Feinsten lockt. Natürlich auch touristisch, logisch, wir sind in der Stadt, die der Ausgangspunkt zum Macchu Picchu ist, aber trotzdem gemütlich. Und wenn der Regen vorbei ist, kann man wieder raus auf die Plaza, ganz ohne Geländwagen, denn Cuzco ist zum Glück eine einzige Fussgängerzone, eine einzige Altstadt. 

Frühstück im Regenbogental, Chile

Zurück in der einzigartigen Landschaft der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Letzter Tag, mir ist nach einer ruhigeren, nicht ganz so atemraubenden Tour. Dafür bietet sich das so genannte Valle Arcoiris an, das Regenbogental. Die Tour wird begleitet, eigentlich müsste man sagen, angetrieben, von unserem sehr engagierten Guide, der ein breites Wissensspektrum abdeckt, von der Enstehung der einzigartigen Felsformationen bis zum Chilenisch-bolivianischen Streit um den Meerzugang in Antofagasta. Keine Ahnung davon? Ging mir vorher nicht anders, doch die 20.000 Pesos waren auch in wissenstechnischer Hinsicht gut investiert. Natürlich durften bei seinen Ausführungen auch die obligatorischen Sticheleien in Richtung Nachbar Peru nicht fehlen. Nach einer kleinen Wanderung servierte unser Guide, der auch Fahrer war, ein zweites (für mich erstes) Früstück, provisorisch vor seinem Ford aufgebaut. Brot und Päckchenkaffee von Nescafé inklusive. Der Lerneffekt des Tages: Laut Aussage des Guides handelt es sich bei Nescafé ausdrücklich um keinen Kaffee. Was ist es dann? Darauf gab es keine Antwort, auch wenn wir uns einig waren mit Nescafé im Vergleich zum sonstigen Kaffeeangebot in Chile und Peru gut bedient gewesen zu sein. Ach ja, die Landschaft war auch ganz nett und sicher dem Geschmack des Kaffees zuträglich, zumindest psycholgisch.  

Am Strand in Mancora, Peru

Irgendwie assoziiert man mit Südamerika doch auch Strand und das Meer. Sicher nicht ganz so wie mit der Karibik, aber auch der lateinamerikanische Kontinent hat den ein oder anderen Strand zu bieten. Wie die in der Gegend von Mancora, ganz im Norden Perus auf dem Weg zur Grenze mit Ecuador. Vor allem vor der heißen peruanischen Sommerphase ab Januar sehr zu empfehlen, da hier fast menschenleere Strände locken, Karibikflair und vorbeiziehende Pelikane inklusive. Auch die Wassertemperaturen können sich sehen lassen, kein Wunder, denn bis zum Äquator fehlt ja nicht mehr viel. Und so voll wie in Cancun, Kuba und Co. wird es sicher selbst in der Hochsaison nicht. Für alle, die nach Macchu Picchu eine Auszeit von den Inkas und der Geschichte Perus brauchen. Die ganze Kultur kann ja auch anstrengend werden. 

Sonnenuntergang im Valle de la Luna, Chile

Zum Abschluss schon wieder oder irgendwie auch immernoch die Atacama. Eigentlich ist alles gesagt zu dieser Landschaft, die dir das Gefühl gibt, sich an einem außerirdischen Ort zu befinden. Der Klassiker unter den Touren ist das Valle de la Luna, welches vor allem abends zu empfehlen ist, wenn die Sonne hinter den herrlichen Felsen verschwindet. Wer mit seinem Partner einen romantischen Sonnenuntergang sucht, wird hier fündig, fast mutet dieser Ort schon kitschig an, wenn er nicht so herrlich schön wäre. Ein absolutes Muss bei einem Besuch in der Atacama und Abschluss meiner 10 Lieblingsorte auf meinen Reisen in Peru, Bolivien und Chile.

Ausflug zum "geliebten"Nachbarn, 02.06.17

Als Halbperuaner bekommt man eine Menge mehr oder weniger glaubwürdige Vorurteile und Weissheiten über die chilenischen Nachbarn mit auf den Weg Richtung Süden. Nummer 1: Trink auf keinen Fall Pisco, Perus Nationalkgetränk, das ungerne mit dem südlichen Nachbarn geteilt wird, Nummer 2: Das Essen Chiles kommt in keinster Weise an unsere excuisite Küche heran und Nummer 3: eine eigene Kultur haben die Chilenen auch nicht, sie seien eine Art südliche Filiale der USA. Harter Tobak, der es kaum möglich macht, aus meinem schon so liebgewonnenen Peru Richtung Santiago vorurteilsfrei aufzubrechen. Gewagt habe ich es natürlich trotzdem. 

 

Doch am 24. Mai machte ich mich trotz aller mehr oder weniger ernst gemeinten Warnhinweisen auf Richtung Santiago, der Hauptstadt Chiles, in der 40 Prozent aller Einwohner des Andenstaates beheimatet sind. Auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt wird mir bereits klar, hier geht es anders zu als in Lima, Smog und Verkehrchaos, welches einem schon auf dem Weg in Limas Zentrum begegnen, sind hier bei weitem weniger ausgeprägt als in Perus Hauptstadt. 

 

Angekommen im noblen Wohn-/Ausgehviertel Providencia werde ich den Eindruck nicht los, mich in bekanntem Terrain zu bewegen, das Stadtbild Santiagos kommt mir doch relativ spanisch vor. Der westliche Einfluss ist hier noch spürbarer als in Lima, Strassen und Restaurants zwingen fast zu Vergleichen mit den Innenstädten Madrids und Barcelonas, aber nichtsdestotrotz hat Santiago diese südamerikanische Leichtigkeit, endlose Nächte und das Gefühl, dass die Stadt wie Lima nie zur Ruhe kommt. 

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit sehe ich endlich wieder Grünanlagen mitten in der Stadt und sogar einen grossen Freizeitpark, dem Cerro San Cristobal, der über der Stadt thront und den harten Aufsteig mit einem atemberaubendem Blick über die Stadt belohnt. Es ist die frische Luft, die fast etwas von Bergluft hat und eben die Anden, die immer wieder im Hintergrund auftauchen, die den Aufenthalt in Santiago angenehm machen. Genauso wie Cafes, die an jeder Ecke verlocken, einen Espresso zu trinken. 

Und das absolute Muss: Der Sky Costanera Tower, der mit dem besten und höchsten und wahrscheinlich auch teuersten Blick über eine südamerikanische Metropole lockt. Beim Betreten der Platform überkam mich der sprichwörtliche und so überstrapazierte Gänsehauteffekt, denn glücklicherweise betrat ich die Plattform zu der Zeit, als gerade die Sonne hinter den schneebedeckten chilenischen Anden versank. 

 

Doch auch der Blick aus 300 Metern konnte mein unerwartetes Rendezvous mit meinem Lieblingsrestaurant Vapiano nicht übertreffen. Für einige Zeit war alles wieder so, wie beim Pastaessen mitten im Herzen Berlins am Potsdamer Platz, nur ohne die fast schon obligatorische, nervenraubende Schlange an der Küchentheke. Vapiano ist übrigens erst seit Anfang des Jahres in Santiago, hat aber schon seinen Platz im eh schon kulinarisch eher italienisch geprägten Santiago gefunden. Auch der Kaffee war absolut Italia verdächtig und auch die obligatorischen Gummibärchen an der Kasse durften nicht fehlen. 

 

Doch genug der Schwärmerei und auf nach Valparaiso und Viña del Mar an der Pazifikküste, der perfekte Kontrast zum schnelllebigen Grossstadtleben Santiagos. Fast schon spiessig muten die malerischen Gassen und Cafes Valparaisos an, dieser beschaulichen Stadt, die aber immerhin 300 000 Einwohnern hat und Heimat des chilenischen Parlamentes ist. Ob Kultur, wie der Besuch des Hauses des chilenischen Schriftsteller Pablo Neruda, ein gemütlicher Stadtbummel oder einen Ausflug ins mondäne Viña, Valparaiso hat für jeden etwas im Angebot und macht sich perfekt für eine wochendliche Flucht aus Santiago.

 

Pisco habe ich weder probiert noch vermisst. Ich muss mir ja auch noch etwas aufsparen für das nächste Wochenende in Lima, an dem ganz sicher wieder die Zeit für meinen Lieblingsdrink Pisco Sour gekommen sein wird. Und vielleicht auch dafür, den Peruanern irgendwie beizubringen, dass es sich auch in Chile leben und sogar halbwegs, wenn auch nicht vergleichbar, essen lässt.

Die Situation in Peru, 28.03.17

Peru macht aktuell eine schwere Zeit durch. In großen Teilen des Landes gibt es Unwetter und Überflutungen sowie eine nicht abklingende Hitze. Glücklicherweise befinde ich mich in Lima, einer Art Mikrokosmus, der zumindest im Zentrum von den Überschwemmungen verschont geblieben ist. Außer ausbleibendem Wasser aus der Dusche, hatten wir keine größeren Probleme. Andere Landesteile, zum Beispiel die Regionen Piura und La Libertad, befinden sich hingegen in einer Ausnahmesituation. Dort fehlt es am nötigsten, sprich Wasser, Strom, einem Zuhause. Der so gennante Kuestenniño, ein aussergewöhnliches Klimaphänomen, sorgt für die anhaltenden Regenfälle in den Anden, die wie Sturzbäche ganze Dörfer mitreißen. Ich hoffe, dass sich die Situation bald wieder etwas beruhigt. 

Zurück im Alltag, 27.03.17

Zurück im Alltag, zurück im heißen Lima, im Jungenheim im Viertel Rimac: Die Schule läuft nach den Sommerferien wieder an und die Jungs bereiten sich nach der langen Auszeit vor. Nun heisst es wieder Hausaufgabenbetreuung anbieten und die Jungs motivieren. Hoffentlich kommen alle gut durch das Schuljahr, denn Bildung ist die einzige Chance auf eine positive Zukunft. Das beweisen einige jetzt junge Erwachsene, die nach vielen Jahren das Heim besuchen und nun auf festem beruflichen und familiären Boden stehen. Sie machen Hoffnung, dass sich unsere Jungs ebenso positiv entwickeln.

 

Mir bleiben nun noch rund vier Monate in Lima, ein überschaubarer Zeitraum. Und weil das so ist, will ich versuchen, die verbleibende Zeit so gut es geht zu nutzen und noch so einiges an Erfahrungen mitzunehmen. Ob im Viertel Rimac oder in La Paz, dieses Jahr ist voll von verschiedenen Erlebnissen, die mich alle prägen werden. Immer wenn ich einen Eintrag für meinen Blog schreibe, merke ich, dass die Zeit doch nicht so langsam vergeht und das Ende meines Auslandsjahres sogar schon in Sicht ist.

Ausflug nach Bolivien, 25.03.17

Ich war wieder mal unterwegs. Morgens um 6 Uhr stand der Flug Avianca 801 nach Juliaca bereit, einer Industriestadt, 45 Minuten von Puno am Titicacasee entfernt. Schon der erste Blick auf den See war eine gelungene Entschädigung für das strapaziöse Frühausfstehen. Nach einem kurzen Rundgang durch die malerische Stadt, ging es für meine Freundin und mich auf die Isla de Uros, die berühmten, schwimmenden Schilfinseln mitten im See. Der Titicacasee liegt übrigens auf fast 4000 m und ist damit der höchste schiffbare See der Welt ist. Auf den Isla de Uros erwarteten uns bestens auf Touristen vorbereitete Indigenas, die ihr Geschäft verstanden und uns nach kurzer Begrüßung allerlei Produkte verkaufen wollten. Nach diesem kurzen Abstecher ging es zurück nach Puno und von dort aus ins Nachbarland Bolivien, in den Wallfahrtsort Copacabana (übrigens Namensgeber für sein prominentes brasilianisches Pendant), den Ausgangspunkt für Touren zu den Islas del Sol. Eine traumhafte Aussicht erwartete uns am nächsten Tag und das trotz der Höhe, die mich spürbar ins Jappsen brachte. Doch die schier endlose Sicht auf den See, der fast einem Ozean gleicht, war Entschädigung genug. Das bezahlt man natürlich, an den Eingängen warteten volkstümlich gekleidete Damen, die einen Eintritt verlangten. 

 

Vom Titicacasee ging es weiter nach La Paz, den Regierungssitz Boliviens. Samstagmorgen, 11 Uhr: Start einer FreeWalking-Tour am San Pedro Square mitten im Zentrum. Ein bestens gelaunter Guide erwartete uns und weitere ausländische Touristen, die alle wild entschlossen waren, La Paz zu erobern. Mehr oder weniger zumindest. Schon auf dem ersten Obst- und Gemüsemarkt trennten sich unsere Wege, der Guide war einfach zu schnell für uns fotografierende Touris. Doch La Paz, mit seinen für Lima-Verhältnisse überschaubaren 800.000 Einwohnern, ist zum Glück auch ohne Guide gut zu überblicken. So sparten wir 20 Bolivianos für die Tour, die doch nicht ganz so "free" war, und sahen uns die selben Orte in individuellem Tempo an. Den Guide mit seiner Gruppe haben wir übrigens noch zweimal gesehen.

 

La Paz ist eine besondere Stadt mit tollen Märkten, und netten Altstadtstraßen. Atemberaubend ist die Lage, die sich am besten von einer der Gondellinien aus genießen lässt, dem dichteste Netz seiner Art auf der Welt. In La Paz sind Gondeln ein alltägliches Fortbewegungsmittel wie die S-Bahn in Berlin oder die U-Bahn in London. Ein Tag in La Paz ist unheimlich intensiv. Die Stadt ist nach westlichen Maßstäben bei weitem nicht perfekt und nicht besonders sauber, hat aber einen tollen Charme, und eine unvergleichliche Atmosphäre.

Ich bin noch da, 20.01.17

Nun ist schon der 20. Januar und wie ich sehe, habe ich seit fast drei Monaten keinen Eintrag mehr geschrieben. Da überkommt mich natürlich sofort das schlechte Gewissen! Als Ausgleich werde ich die zurückliegende Zeit etwas ausführlicher als sonst beschreiben.

 

Ich arbeite noch immer in Lima, in der Casa Hogar, in der sich momentan zehn Jungs aufhalten. Zwei der älteren, Marlon und Jesus, haben nach vielen Jahren das Heim verlassen können. Für die beiden ist das natürlich ein wichtiger Schritt in eine unabhängige Zukunft und ein geordnetes Familienleben. Für uns dagegen schade, da wir sie schon in unser Herz geschlossen hatten. Nun ist die Mehrheit der Kinder 12 bis 13 Jahre alt, und ich merke, dass mir die Zusammenarbeit mit den eher jüngeren nicht immer so leicht fällt wie mit den älteren. Natürlich müssen wir allen gegenüber geduldig sein, ich muss aber zugeben, dass das nicht immer leicht ist. Nach meiner Rückkehr in Deutschland werde ich mich sicher nicht mehr so einfach durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen lassen. Hier habe ich gelernt, kleine Nervereien auch mal wegzustecken; gelingt leider (noch) nicht immer ...

 

Was mir im Moment gut an der Arbeit gefällt, ist, dass wir an vier Tagen eine feste Aktivität haben. Letztes Jahr war das meistens nicht der Fall. An zwei Tagen geben wir drei Stunden Englischunterricht, darauf freue ich mich in der Woche am meisten. An den beiden anderen Tagen begleiten wir die Jungs in ein nahe gelegenes Schwimmbad – eine große Chance für sie, Schwimmen zu lernen oder es zu verbessern. Ich bin froh, dass etwas Struktur in den Arbeitsalltag gekommen ist. 

 

Doch wo es einen Alltag gibt, muss es auch Abwechslung und Freizeit geben. Eine längere Auszeit hatte ich zwischen den Jahren, als meine Familie mich besucht hat. Ich habe mich sehr gefreut, sie nach fast vier Monaten wiederzusehen, auch wenn ich wusste, es würde nur auf Zeit sein. Nach zwei Tagen, in denen ich ihnen "mein" Lima gezeigt habe, ging es auf große Peru-Rundreise. Stationen waren unter anderem Arequipa und Cuzcodie, wie ich finde, schönste Stadt des Landes. Machu Picchu, die weltberühmte Inka-Ruine mitten in den Anden, haben wir natürlich auch gesehen. Auch kurze Abstecher auf die Paracas-Halbinsel, in den Cañon de Colca und den Dschungel von Puerto Maldonado standen auf dem Programm. Klingt nach einer intensiven Reise und genau das war es auch.  Mondähnliche Wüstenlandschaften, hübsche Kolonialstädte, tropischer Dschungel – die Vielfalt der Landschaft hat sehr beeindruckt. Weitere Fotos hier.

 

Meine persönlichen Favoriten: Ein Meet-and-Greet mit großen, stolzen Pelikanen und ein gemütliches Abendessen im "Tanta" nach dem Besuch des bezaubernden Klosters Santa Catalina bei Nacht in Arequipa. Oder ein Besuch während eines für Cuzco typischen Regenschauers im Choco Museo, wo es den besten Cafe Latte des Landes gibt. Oder bei "Papacho's" dem Burgerrestaurant des peruanischen Starkochs Gaston Acurio. Ich muss aufpassen, mich bei den kulinarischen Möglichkeiten dieses Landes nicht endgültig in Schwärmereien zu verlieren. Ich werde diesem Thema sicher noch einen eigenen Beitrag widmen. 

 

Soweit die letzten Wochen in Lima, wo der Sommer übrigens so langsam richtig Fahrt aufnimmt. Bis zum nächsten Eintrag wird es sicher auch keine drei Monate dauern :-) Viele Grüße, Jonas.

Ein Wochenende in den Cordilera Blanca, 01.11.16

Nun ist auch der Oktober wieder Geschichte und damit der zweite Monat, den ich in Lima verbringe. Gerade erst liegt ein fantastisches Wochenende hinter mir, an dem ich die Cordilera Blanca, die zweitgrößte Gebirgskette der Welt, besucht habe. Gewohnt haben wir in Huaraz. Trotz strapaziöser Wanderungen in ungewöhnten Höhen und damit einhergehenden Kopfschmerzen war es eine lohnenswerte Reise. Die Landschaft war unglaublich und hat mich mehr als entschädigt. Auf dem Weg habe ich auf viele mehr oder weniger fitte "Kletterer", unter anderem aus Norwegen und Deutschland, getroffen, mit denen ich den harten Aufsteig zur Lagune 69 zurücklegen konnte. So ist also die aktuelle Lage, in diesem Sinne: ¡hasta luego!

So läuft die Arbeit, 26.10.16

Die meisten Arbeitstage machen mir mittlerweile Spaß. Ich glaube, dass ich mich an die Kinder und das Leben im Heim gewöhnt habe. Abgesehen vom eher mittelprächtigen Heimessen ist es inzwischen ganz normal geworden, täglich ins Heim zu kommen. Auch viele der Jungs, bei denen ich mich am Anfang gefragt habe, was ich bloß mit ihnen anfangen soll, sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Wir spielen immer mal wieder Fußball oder Tischtennis - übrigens bin ich Gewinner eines heiminternen Turniers :-). Außerdem gebe ich regelmäßig Englischunterricht an staatlichen Schulen, der mal mehr und mal weniger rund läuft. 

Mein erster Monat, 04.10.16

Am letzten Sonntag war es soweit: Ich schreibe mein vierwöchiges Lima-Jubiläum. Bis vor kurzem war es für mich noch unvorstellbar, einen Monat in einer lateinamerikanischen Metropole zu verbringen, geschweige denn ein ganzes Jahr. Die Zeit war anstrengend, aber auch voller Erfahrungen: Ich habe viele neue Menschen getroffen, zum Beispiel die Mitarbeiter und Kinder im Heim, die Schwestern und Brüder unserer Gastmutter, einen anderen Freiwilligen aus Hong Kong und die Straßenwächter meiner neuen Heimatdresse in Lima; und natürlich nicht zu vergessen die Haushündin Leyka. Ich habe in dieser Zeit auch schon einiges über die peruanische Kultur gelernt, beispielsweise die Vorliebe für reichhaltige, nahrhafte Mahlzeiten, die chronischen Verspätungen oder die notorisch ungeduldige Fahrweise. Apropos: Der Verkehr raubt einem teilweise die letzten Nerven und es grenzt an ein Wunder, dass wir noch keinen Unfall live erlebt haben. In diesem Sinne, eine sichere Zeit und viele Grüße!

Ausflug in die Oase Huachacina, 26.09.2016

Langsam aber sicher bekomme ich Routine in meinen Alltag. Die Arbeit im Heim und der lange Weg dorthin sind zwar zum Teil immer noch anstrengend, aber zumindest überfordert mich das Ganze nicht mehr so wie am Anfang. Im Heim bringen wir den Kindern Englisch bei, außerdem helfen wir in zwei Schulen. Auch dort geben wir bis zu 30 mehr oder weniger motivierten Schülern Sprachunterricht. Aber neben der Arbeit muss natürlich auch Zeit sein, um etwas im Land zu sehen. Am letzten Wochenende haben wir die Stadt Ica und die Oase Huachacina besucht haben, die südlich von Lima liegen. Ein toller Ausflug und eine gute Abwechslung zur hektischen Großstadt.

Erste Bilder aus Lima, 13.09.16

Eine Woche ist vorbei, 12.09.16

Nun bin ich also "schon" eine Woche in Lima. Es war sehr intensiv, ich habe jede Menge erlebt. Das Wochenende war wirklich großartig. Zusammen mit meiner Gastfamilie waren wir in der Altstadt und am höchsten Punkt der Stadt, dem Cerro San Cristobal. Am Abend haben wir das Künstlerviertel Barranco erkundet. Auch die Arbeit bei CEDRO nimmt langsam Fahrt auf, ich gewöhne mich allmählich an die doch sehr einfache Umgebung und Einrichtung. Insgesamt also zeigt der Trend nach oben, das Heimweh ist deutlich besser geworden. Ich bin wirklich froh, die ersten, schwierigsten Tage hinter mir zu haben. 

Jetzt bin ich hier, 06.09.16

Also, seit zwei Tagen bin ich in Lima, und ich muss ehrlich sagen, so richtig verstanden habe ich noch nicht, dass ich über 10.000 Kilometer von daheim weg bin. Mir geht es im Moment nicht so gut, ich habe ziemliches Heimweh und weiß nicht, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden. Heute werden wir wahrscheinlich anfangen, die Stadt zu erkunden, und bald wird dann auch die Arbeit bei CEDRO beginnen. Ich hoffe, durch die Ablenkung wird es besser. Ich melde mich in einigen Tagen wieder.

So langsam wird's ernst, 18.07.16

Nur noch knapp 1 1/2 Monate bis zur voraussichtlichen Abreise. Heute war ich in der peruanischen Botschaft um mein Visum zu beantragen, was glücklicherweise ohne Probleme geklappt hat. So langsam steigt die Aufregung, aber gleichzeitig auch die Vorfreude. Und natürlich muss vor so einer großen Reise auch die ein oder andere Vorbereitung getroffen werden, wie Impfungen oder das bald anstehende Vorbereitungsseminar. Noch kurz zu den Spenden: Im Juni haben wir eine sehr gelungene Open-House-Party veranstaltet. Danke an alle die gespendet haben! Oder noch spenden wollen ... 

Über Lima, 08.05.16

Lima ist die Hauptstadt des südamerikanischen Anden-Staates Peru und die mit Abstand größte Stadt des Landes. Sie hat knapp 9 Millionen Einwohner. Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Lima ist die trockenste Hauptstadt der Welt. Zu diesem Thema empfehle ich das interessante Video "Lima am Limit" über die Wasserversorgung in Lima.

Die Situation der Kinder in Peru, 05.05.16

Die Situation für viele Kinder in Peru ist alles andere als gut: Viele leiden unter Armut und auch Hunger. In Lima beispielsweise arbeiten viele Kinder im „informellen Sektor“, das heißt, sie tragen durch Arbeiten wie Schuhputzen zum Familieneinkommen bei. Außerdem werden nur 75 % der schulpflichtigen Kinder eingeschult. 17 % brechen die Schule ab und 26 % zwischen 6 und 17 Jahren arbeiten. 50.000 von ihnen sind sogar Gefahren und Risiken ausgesetzt, zum Beispiel bei der harten körperlichen Arbeit in Minen. Umso wichtiger ist es, ihnen eine bessere Zukunftsperspektive bieten zu können. Ich will auf jeden Fall dazu beitragen, die Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Warum spenden, 04.05.16

Das weltwärts-Programm wird aus staatlichen Mitteln finanziert. Aber nicht vollständig: Die Entsendeorganisationen (in meinem Fall VIA e.V.) müssen selbst einen Teil der Kosten übernehmen. Damit die weltwärts-Idee auch künftig funktioniert, verpflichten sich alle Freiwilligen, Spenden zu sammeln. Die Spenden tragen dazu bei, dass möglichst viele Freiwillige diesen Dienst absolvieren können, auch diejenigen, denen wenig Geld zur Verfügung steht. 

 

Jetzt Spenden! Das Spendenformular ist ein kostenfreier Service von betterplace.org.

 

In meinem Fall fehlen zur Gesamtfinanzierung noch 2.500 Euro. Damit trägt VIA e.V. beispielsweise die Kosten für Unterkunft in einer Gastfamilie und Verpflegung. Daher meine große Bitte an euch: Unterstützt meinen Freiwilligendienst im CEDRO-Kinderheim in Lima mit einer Spende, egal in welcher Höhe! Ich freue mich über jede Unterstützung und werde euch regelmäßig aus Lima in diesem Blog berichten.

 

VIA e. V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Alle Spenden können steuerlich geltend gemacht werden, Anfang des Folgejahres bekommt ihr eine Spendenbescheinigung.

 

Überweisungen bitte an:

 

Kontoinhaber: VIA e. V.

IBAN: DE79 2405 0110 0065 0887 83 

BIC: NOLADE21LBG

Bei der Sparkasse Lüneburg

 

Verwendungszweck: Spende, Euer Name (ggf. Adresse, falls Spendenbescheinigung gewünscht)

Im Einsatz für CEDRO, 03.05.16

Meine Einsatzstelle in Lima wird die Organisation CEDRO sein. CEDRO (= Centro de Información y Educación para la Prevención del Abuso de Drogas) kämpft seit 29 Jahren gegen den Drogenkonsum von Kindern und Jugendlichen und möchte ihnen durch Prävention und Bildung eine Perspektive ohne Drogen geben. Deshalb gibt es viele Aktivitäten für die Jugendlichen, um ihnen zum Beispiel Schulbildung oder eine anregende Freizeit zu ermöglichen. Was werde ich konkret während meines Dienstes tun? Genau weiß ich das natürlich noch nicht. Klar ist schon, dass ich in einem der Casas Hogares arbeiten werde, eine Art Kinderheim für Jungen. Dort werde ich mich sicherlich um die Kinder und Jugendlichen kümmern und zum Beispiel Freizeitprogramme für sie entwickeln. Das kann in den Bereichen Sport oder Theater sein, aber auch in der Vermittlung von Sprachkompetenzen oder Computergrundkenntnissen. Ich kann mir gut vorstellen, den Kindern und Jugendlichen etwas Englisch beizubringen oder auch sportliche Aktivitäten wie Fußball- oder Fitnesskurse zu organisieren.

weltwärts mit VIA, 02.05.16

Mein Freiwilligendienst – eine Art soziales Jahr im Ausland – läuft über die Entsendeorganisation VIA e.V., ein Verein für internationalen und interkulturellen Austausch. Dessen Ziel ist es, internationale Kontakte zu schaffen, Verständnis für andere Kulturen zu wecken und zur Förderung von Toleranz beizutragen. Mein Freiwilligendienst gehört zu den sogenannten „weltwärts“-Programmen. „weltwärts“ ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das BMZ fungiert als Dachorganisation von VIA und vieler anderer Entsendeorganisationen. Da der Dienst für alle kostenfrei ist, sind VIA und „weltwärts“ auf Spenden angewiesen.

Ein Jahr Freiwilligendienst in Peru, 01.05.16

Ab voraussichtlich Anfang September werde ich ein Jahr im Ausland verbringen: in Lima. Ich reise dort aber nicht hin, um ein Jahr Urlaub zu machen, sondern um einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Ich werde bei der ortsansässigen Organisation CEDRO arbeiten, die sich um Kinder kümmert, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und beispielsweise Kontakt mit Drogen hatten. Eine große Herausforderung, auf die ich wirklich sehr gespannt bin. Natürlich möchte ich auch so viel wie möglich über das Land und seine Leute lernen. Für mich sind es jetzt nur noch vier Monate, bevor meine großes Abenteuer beginnt. Natürlich werde ich nervös bei dem Gedanken, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Auf der anderen Seite freue ich mich auf die Zeit, die sicher sehr spannend wird. Bestimmt wird es schwierige Phasen geben, vor allem am Anfang. Ich bin mir aber sicher, dass ich von den den Erfahrungen profitieren werde.